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Sigrid Van TilbeurghSeit frühester Kindheit interessiert sich Sigrid fürs Tanzen. Sie beginnt zunächst mit Ballett, später kommt dann noch zeitgenössischer Tanz hinzu. Im Südwesten Frankreichs, aus dem sie ursprünglich stammt, entdeckt sie 1998 den Argentinischen Tango. Schon 2001 fängt sie an aufzutreten, und im Jahr darauf beginnt sie, Tango zu unterrichten.

Auch während ihres Spanischstudiums widmet sie sich weiterhin dem Tango. Zu jener Zeit wohnt sie in Toulouse, einer Stadt, in der leider gar nicht so viele Tango-Kurse und Workshops angeboten werden, wie sie gerne belegen möchte. Das Grundlegende aber, das sie von Hernán Obispo, Christophe Lambert und Moira Castellano lernt, prägt sie tief und beeinflusst auch stark ihre weitere Entwicklung als Tänzerin und Lehrerin.

Im April 2004 geht sie für ein Jahr nach Buenos Aires, um sich dort ganz auf Tango zu konzentrieren. Sie trainiert sehr viel und unterrichtet in der Confiteria Ideal mit Fabrizio Forti. Nach ihrer Rückkehr beginnt sie eine internationale Karriere als Tangotänzerin und Lehrerin. Mit Jarle Sandodden tanzt und unterrichtet sie in Norwegen, mit Kamel Rebaï in Moskau. Im Dezember 2005 trifft sie Mazen Kiwan. Fortan arbeiten die beiden als professionelles Tangopaar zusammen.

Sigrid zieht nach Paris. Sie reisen viel ins Ausland, um zu unterrichten, und nach und nach finden sie ihren Platz in der internationalen Tangoszene, bis sie mit den großen Stars auf den Plakaten der Festivals erscheinen. In den zweieinhalb Jahren ihrer Partnerschaft lädt man sie unter Anderem auf die TangoCamps und die Festivals von Moskau, Warschau, Washington und Kopenhagen ein.

Im Sommer 2008 heiratet Sigrid und lässt sich mit ihrem Mann in Berlin nieder. Sie hat mit Marcelo "El Chino" Gutiérrez und mit Yanick Wyler gearbeitet und begint jetzt mit Daniel Carlsson zuarbeiten. Nach wie vor ist sie viel in Europa und weltweit unterwegs. Dabei unterrichtet sie mit Daniel, als auch allein. Sigrids Workshop-Wochenenden für Frauentechnik sind inzwischen zu ihrer Spezialität geworden, die dank ihrer Pädagogik und Vision von Eleganz und Körperbewegung sehr geschätzt werden.

Seit 2005 ist Sigrid zudem als Tango-DJ tätig. Angefangen hat sie in der Milonga de las morochas  in Toulouse, die sie wöchentlich mit Martine Rondet organisierte. Inzwischen kann man sie auch auf zahlreichen Tangomarathons und Festivals wie z. B. in Malmö und Kopenhagen hören.

In ihrem Tanz geht Sigrid mit den Bewegungen nicht nur ins Extreme, sondern sie legt auch besondere Aufmerksamkeit auf die Ausführung in der Vollendung. Es ist wichtig für sie, dass die Bewegung den ganzen Körper durchläuft vom Kopf bis zu den Zehen.

Sie ist eine Fanatikerin was Dissoziation angeht, diese Torsion im Körper auf Höhe der Taille, die es erlaubt, dass der Oberkörper in eine Richtung zeigt und die Hüfte in eine andere. Sie geht mit ihren Schülern auf dieses Thema mit viel Nachdruck ein, da sie denkt, dass es ein tolles Werkzeug für eine weiche Führung und eine spannungsfreie Ausführung der Bewegungen ist.

Wenn Sigrid unterrichtet, fordert sie ihre Schüler stark, damit jeder an seine Grenzen stößt und diese weiterschiebt. Sie nutzt bildliche Ausdrücke, damit man die Positionen, die der Körper einnehmen soll, und die Empfindungen, die er fühlen soll, verstehen kann. Sie versucht, dass jeder ihrer Schüler eine bessere Kontrolle über seinen Körper hat. So soll es mit ausreichender Körperkontrolle möglich werden, sich von der Technik zu lösen und den Tanz gemeinsam einfach nur noch zu genießen. Mit ihrem geschulten Blick der Ballett- und zeitgenössischen Tänzerin zerlegt sie jede Bewegung in Einzelteile, um zunächst die Grundelemente und danach alle Subtilitäten denen verständlich zu machen, die keine Tanzausbildung haben.

In ihrem Unterricht betont sie sehr die Basis im Tango, wie z. B. Haltung, Gehen und die Verbindung mit dem Partner. So können technisch komplexere Elemente leichter angegangen werden.

Da Tanzen aber nicht nur eine technische Leistung ist, versucht Sigrid, ihren Unterricht insbesondere so aufzubauen, dass die Tänzer ein Ohr für die Musik entwickeln und eigene Vorlieben finden, um ihre Musikalität auszudrücken.

Die versucht ihrer Schüler, insbesondere die Frauen, engagierter in ihren Bewegungen zu sein, um dem Partner aktiv und nicht passiv zu folgen. Sie sagt: „Ich folge nicht meinem Partner, ich tanze mit ihm … und folge der Musik.“

Sigrid unterrichtet auf Französisch (Muttersprache), Englisch und Spanisch.

Ein besseres Bewusstsein für den eigenen Körper auch in Bewegungen entwickeln, sowie durch rhythmische Übungen mit Verzierungen die Musikalität verbessern, das soll Inhalt von Sigrids Frauentechnikkursen sein, ihre Spezialität.

Der Kurs widmet sich in Übungen einzeln und zu zweit der Verbesserung der Technik im Tango, soll den Frauen aber auch die Möglichkeit geben, aktiver und verantwortlicher im Tanz zu sein. Meist wird mit einem Aufwärmen am Boden begonnen. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Entwicklung von Körperbewußtsein in der Postur und in der Bewegung.

Dafür werden sowohl Grundelemente wie Gehen und Dissoziation wiederholt und vertieft, als auch an Drehungen, Boléos und Ganchos gearbeitet. Insbesondere stehen Rhythmik und den vielen Möglichkeiten von Verzierungen im Vordergrund, auch um die Geschwindigkeit der Füße zu trainieren.

Der Kurs richtet sich sowohl an Männer als auch an Frauen, da die Technik im Tango für beide gleich ist, egal, ob man nun führt oder folgt. Er trägt dennoch den Namen „Frauentechnik“, denn die angebotenen Übungen beziehen sich hauptsächlich auf Bewegungen, die im Tango eher typisch für Frauen sind.

Daniel Carlsson & Sigird Van TilbeurghDANIEL CARLSSON

Daniel Carlson ist einer der erfahrensten Tangolehrer Skandinaviens. In 16 Jahren hat er weltweit unterrichtet (Japan, Island, Russland, Italien, Finnland, Norwegen, Spanien, Deutschland, Schweden, Dänemark, Türkei, Griechenland, USA, England). Gleichzeitig war seine Basis immer seine Tangokompanie in der Öresundregion in Südschweden.

Daniels Tango ist zum Einen durch die Musik mit der aufwuchs (seine Mutter ist Argentinierin) und zum Anderen durch seine Partnerinnen inspiriert. Er wird wegen seines Enthusiasmus, mit dem er seinen Schülern begegnet, und seines fundamentalen Lehransatzes hoch geschätzt. Er hat eine außergewöhnliche Sensibilität, Bewegungen, Techniken und Muster zu erkennen, und kann sich daher stark individuell auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Schülers einstellen.

Sigrid und Daniel trafen sich zum erstem Mal auf dem Berliner Tangomarathon 2006. Schon damals spielten sie mit dem Gedanken zusammen zu arbeiten, aber beide waren jeweils mit einem anderen Tanzpartner involviert. Seitdem verspürten sie so viel Freude miteinander zu tanzen, dass sie jedes Mal, wenn sie sich auf einem Festival oder einem Tangoevent anderer Art treffen, viele Stunden ohne Pausen miteinander tanzen. Beide sind sehr musikalisch und ihr gemeinsamer Tanz ist geprägt von Kreativität in den Bewegungen sowie in der Interpretation der Musik.